Unsere Treffen in 2006
14. Dezember 2006
Stammtisch: "Weihnachtsbowling"
?Alle gegen Hans-Jürgen? lautete das Motto des diesjährigen Weihnachtsbowlings im Sportpark Elberfeld. Einige Stammtischler konnten ihm jetzt ernsthaft Paroli bieten. Auch beim Bowling schläft die Konkurrenz eben nicht. Im Vordergrund stand jedoch erneut der Spaß an der Sache. Mit demselben Elan und Spaß sollten wir ins neue Jahr gehen. Da warten bereits viele spannende Themen und interessante ReferentenInnen auf die Teilnehmer des Bergischen Gründerstammtisches. Die Themenpalette umfaßt die Selbstdarstellung vor der Kamera und bietet Vorträge und Diskussionen über Projektmanagement, Finanzplanung, Öffentlichkeitsarbeit sowie ein Portrait über ein schnell wachsendes Unternehmen. Bis einschließlich Mai 2007 stehen die Termine fest. Der erste Stammtisch im neuen Jahr ist am 11. Januar 2007. Informationen und Einladungen gehen Euch wie gewohnt per Mail zu. Eine schöne und entspannte Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2007! Bis bald, Euer Bertram
9. November 2006
Stammtisch: "Förderung - Kostenlose Hilfe in der Wachstumsphase"
Ohne Qualifikation kein Job. Auf diese Formel läßt sich die derzeitige Situation auf dem Arbeitsmarkt reduzieren. Zahlreiche private und öffentliche Bildungsträger setzen hier mit entsprechenden Aus- und Fortbildungsangeboten an. Christine Günzing stellte beim Bergischen Gründerstammtisch zum Thema "Förderung - Kostenlose Hilfe in der Wachstumsphase" die Quallianz als Beratungsstelle für Unternehmen in Remscheid, Solingen und Wuppertal vor. Die im Technologiezentrum W-Tec ansässige nicht gewinnorientierte Initiative versteht sich als Partner für Aus- und Weiterbildung in der gesamten bergischen Region. Die Quallianz wird von zahlreichen Mitgliedern im hiesigen Städtedreieck finanziell gefördert. Dazu zählen u.a. die drei städtischen Berufskollegs, die Bergische Universität und die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung. Daneben leisten viele private Bildungsträger ihren Beitrag. ?Unsere Mitglieder haben eines gemeinsam, die Qualifizierung von Arbeitslosen?, berichtet Quallianzmitarbeiterin Christine Günzing. Die Projekte werden inhaltlich in Kooperation mit den ARGE-Geschäftsstellen vorbereitet und ausgeführt. So werden zum Beispiel zur Einrichtung einer Bildungsberatungsstelle die entsprechenden Mitglieder und Institutionen angesprochen, die für ein derartiges Projekt in Frage kommen. Ferner gibt es regelmäßig Informationen für die Mitglieder und öffentliche Informationsveranstaltungen. Als Beratungsstelle klärt die Quallianz sowohl Arbeitnehmer als auch Firmen über den Nutzen von Bildungsschecks auf. Die können von Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten oder Personen, die in den letzten zwei Jahren an keiner beruflichen Fortbildung teilgenommen haben, in Anspruch genommen werden. Existenzgründer dürfen nicht länger als fünf Jahre am Markt sein, um einen Bildungsscheck zu erhalten. Maximal 750 Euro oder 50 % der Kosten der Maßnahme werden aus Landesmitteln erstattet. Die Mitarbeiter der Quallianz klären den jeweiligen Interessenten im Beratungsgespräch über die passende Weiterbildung auf. In Zusammenarbeit mit der ARGE führt die Quallianz das Projekt Wege in Arbeit (WiA) durch. ?Hier geht es vorrangig um die Vermittlung von Hartz IV-Empfängern. Wir bekommen von teilnehmenden Firmen Anforderungs- und Stellenprofile und geben diese an die ARGE weiter?, so Quallianzmitarbeitein Simone Leimbach. Die ARGE suche aus ihrem Kundenpool geeignete Bewerber aus, die zur Stellenausschreibung passen. Die Kandidaten werden zu einem Gespräch eingeladen und dem persönlichen Eindruck, deren Qualifikation und den Anforderungen des Unternehmens entsprechend ausgewählt. In der Regel werden maximal fünf Bewerber vorgeschlagen, die sich im Anschluß bei der Firma vorstellen. Über die passgenaue Bewerbervorauswahl hinaus begleitet und unterstützt die Quallianz das Unternehmen und den Arbeitnehmer während der Einstellungsphase und auf Wunsch in der Probezeit. Jeden Monat können zwei ARGE-Kunden über Wege in Arbeit vermittelt werden. Kann eine Stelle nicht mit einem ARGE-Bewerber besetzt werden, wird der Arbeitsplatz ins Internet gestellt. Aus Kapazitätsgründen führt die Quallianz allerdings keinen Bewerberpool, so dass Arbeitslose sich über die Homepage direkt über freie Stellen informieren und bewerben können. Zum Abschluß noch einige Zahlen: 2005 haben die Mitarbeiter der Initiative 260 Firmen und Personen beraten sowie 900 Bildungsschecks ausgestellt. Bis Oktober 2006 wurden rund 500 Bewerbungsgespräche geführt und 136 offene Stellen akquiriert, von denen 42 besetzt werden konnten, darunter16 mit ARGE-Kunden und acht mit Arbeitslosengeld I-Empfängern. Bis Oktober 2006 wurden 1170 Arbeitssuchende beraten. Dieser Service für Arbeitgeber hilft Unternehmen Zeit und Geld sparen. Insbesondere für Existenzgründer mit schmalem Budget bietet diese Leistung die Möglichkeit, kostenneutral geeignete Mitarbeiter zu finden. Wir bedanken uns beim Team der Quallianz für die fundierten Informationen. Weitere Infos gibt es unter der Webadresse www.quallianz.com
12. Oktober 2006
Stammtisch: ?Marketing - wertgeladene Kommunikation?
?Mit dem Zweiten sieht man besser?, lautet die Botschaft des zweiten deutschen Fernsehprogramms. Jeder verbindet den eingängigen Slogan mit dem ZDF. Hier funktioniert die Ansprache des Publikums. Wie gewinne ich Herz und Verstand eines Kunden oder einer bestimmten Klientel? Diese Frage stellte Diplom-Designer Jürgen Darski von darski Art of Communication seinem Referat zum Thema ?Marketing - wertgeladene Kommunikation? voran. Neben rationalen Entscheidungen bestimmen Emotionen menschliches Verhalten. Eine Werbebotschaft oder das Erscheinungsbild eines Unternehmens lösen Sympathie oder Ablehnung aus. Zur sogenannten Corporate Identity zählen Glaubwürdigkeit, Kundenorientierung, die Wiedererkennbarkeit und die Verständlichkeit. Argumente müssen klar definiert und ?rübergebracht? werden. Nur dann fällt man aus der Masse der Mitbewerber potentiellen Kunden auf. Zunächst steht die Vision, ein in die Zukunft gerichtetes Bild. ?Was will ich und wie möchte ich mich und mein Unternehmen präsentieren??, erklärt Jürgen Darski. Die Vision sollte ausformuliert werden. Welchen Kundenstamm spreche ich an? Gesellschaftliche Werte wie zum Beispiel ein kinder- oder familenfreundliches Umfeld können als Idee dahinter stehen. Als internes Leitbild ist ein gezielt aufgebautes Beschwerde- oder Ideenmanagement möglich. Kunden finden bei Reklamationen und Nachfragen kompetente Ansprechpartner im Betrieb. Ein Prämiensystem fordert die eigenen Mitarbeiter und führt zu Verbesserungsvorschlägen, die den Betriebsablauf optimieren. Das Design (?Corporate Design?) verkörpert visuell die Idee, also das Erscheinungsbild des Unternehmens. Bekanntes Beispiel ist die Farbe Magenta, die stets als Symbolfarbe für die Deutsche Telekom steht. Die drei Musketiere mit den gekreuzten Schwertern gelten noch heute als Markenzeichen der einheimischen Brauerei Wicküler. Die Kommunikation mit dem Kunden ist ein weiterer entscheidender Aspekt des Marketing. Werde ich überhaupt verstanden? Schon die Art der Anrede gibt das Verhältnis wieder, das zum Kunden aufgebaut werden soll. Der global aufgestellte Möbelhersteller IKEA duzt konsequent seine Kunden in TV-Spots und in den Möbelhäusern. In großen Einkaufscentern ist eine verständliche Bildsprache wichtig, um Orientierung zu geben. Jeder kennt die Piktogramme auf Flughäfen und Bahnhöfen, die zu Warteräumen, Schließfächern und Fahrkartenschaltern leiten. ?Die Unternehmenskultur und die Vision sind unsichtbare Faktoren, die von außen nicht wahrgenommen werden. Das Design und die Kommunikation sind dagegen klar sichtbar? so Jürgen Darski. ?Versprechen Sie nur, was Sie auch halten. Zeigen Sie Ihren persönlichen Stil?, empfiehlt der Marketingexperte. Insbesondere Glaubwürdigkeit, das heißt, zu dem zu stehen was man ist, erwarte der Kunde. Die persönliche Ausstrahlung durch Lächeln oder Mimik nimmt der Kunde nur als ein Streiflicht einer Person wahr. Umso wichtiger ist es, sich dem Kunden gegenüber verständlich zu machen. Beispiel: Ein Tischler kennt viele verschiedene Holzsorten und deren praktische Verwendung. Der Kunde weiß das nicht. Der Fachmann sollte das kommunizieren können. Individuell gestaltete Geschäftspapiere vermitteln ein positives Image, das mit einem entsprechend formulierten Firmenmotto ergänzt werden kann. Diskutiert wurde die Frage, ob es mittlerweile einen Wertewandel gibt, da einige Unternehmen mit ihrem Negativimage kokettieren, um bestimmte Käuferschichten anzusprechen. Das gilt besonders für zahlreiche Lebensmitteldiscounter.Wir danken Jürgen Darski für seinen kompakten und lebensnahen Vortrag und viele Anregungen. Informationen zum Thema gibt es unter der Webadresse www.darski.de
13. September 2006
Stammtisch: "Inside Rathaus - Eine Führung mit dem OB"
Als Oberbürgermeister Peter Jung im Mai 2005 Gast des Bergischen Gründerstammtisches in der Uni-Kneipe war, lud er alle Teilnehmer zu einem Gegenbesuch ins Wuppertaler Rathaus ein. Jetzt war der Stammtisch zu Gast beim Wuppertaler Stadtoberhaupt. ?Inside Rathaus - Eine Führung mit dem OB?, lautete das Programm. Der Chef von Rat und Verwaltung erzählte Wissenswertes zur Geschichte des Hauses, dessen Grundsteinlegung 1908 erfolgte und das 1923 als Rathaus der Stadt Barmen fertiggebaut wurde. Sechs Jahre später wurde es durch den Zusammenschluß von Barmen und Elberfeld zum Rathaus der bergischen Metropole. Der Rundgang durch das Rathaus führte zunächst in das Amtszimmer des Oberbürgermeisters. Mit einem kurzen Rückblick in die Historie stellte Peter Jung seine Amtsvorgänger vor, darunter den im Januar 2006 verstorbenen Johannes Rau, einen der bekanntesten und beliebtesten Politiker der jüngsten Gegenwart. In die beiden Trausäle trauten sich alle hinein. Im großen Ratssaal klärte der Oberbürgermeister in einem Exkurs über die Funktion und Arbeitsweise von Rat und Verwaltung, die Aufgaben des Oberbürgermeisters und der BürgermeisterInnen sowie der Ratsparteien auf. Angesichts der schrumpfenden Einwohnerzahl Wuppertals postulierte Peter Jung als vordringlichste Aufgaben der Stadt neue Arbeitsplätze und einen nachhaltigen Schuldenabbau mit dem langfristigen Ziel eines ausgeglichenen Haushalts. Die Sicherung der sozialen Standards zählt dazu. ?Wir müssen als Stadt noch stärker auf den Bund und das Land einwirken, uns aufgebürdete Leistungen -Stichwörter: Hartz IV, Kindergartenplatzgarantie etc.- mehr zu übernehmen. Die Stadt Wuppertal sei wegen des Haushaltsssicherungskonzeptes stark in ihrer Autonomie beschränkt. Durch das ?Netzwerk Neues Wuppertal? sollen Strukturen abseits der städtischen Verwaltung initiert oder ausgebaut werden. Gute Beispiele für Engagement von Einwohnern Wuppertals sei zum einen die kürzlich mit Erfolg aufgezogene Bergische Expo und die Initiative ?Meine Stunde für Wuppertal?. Dr. Rolf Volmerig, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderungsgesellschaft Wuppertal mbH betonte in der Diskussionsrunde, daß es viele Anfragen für neue Gewerbeflächen gebe. Im Vordergrund stehen dabei der Ausbau des Industriegebietes Ronsdorf an der Parkstraße, Vohrang in Vohwinkel und das umstrittene neu zu erschließende Areal Kleine Höhe an der Stadtgrenze zu Velbert-Neviges. Für den ?Wicküler Park? wird es wohl bald ein neues Konzept mit neuem Investor geben. Auf die Kritik der Stammtischrunde, es würden vorwiegend Großinvestoren angeworben, antwortete der Wirtschaftsförderer, daß es mit dem Technologiezentrum W-Tec und dem Verein Unternehmensbuilder sowie vielen weiteren Initiativen in Wuppertal möglich sei, zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. ?Auf Grund der demographischen Entwicklung und ständig zurückgehender Gewerbesteuereinnahmen muß die Stadt große Gewerbeflächen für Großinvestoren bereitstellen. Die Nachfrage ist da?, versichert Rolf Volmerig. Ein Problem seien die Unternehmensaufgaben alteingesessener Firmen im Tal, weil es keine Nachfolger in der Unternehmensführung gebe. ?Hier wäre sicher eine bessere Koordination über die Stadt möglich.? Den ?mangelnden Wohlfühlfaktor? in Wuppertal mit Billigläden, dem mehr und mehr schwindenden Angebot hochpreisiger Qualitätsprodukte und Supermärkten im architektonischen Einheitslook beklagten einige Teilnehmer der Runde. Andere verwiesen darauf, daß Schmutzecken und die Verödung der Innenstädte durch Discounter ein Problem aller Großstädte sei und sich nicht auf Wuppertal beschränke. Rolf Volmerig forderte die Stammtischteilnehmer auf, an Veränderungen in ihrer Heimatstadt selbst tatkräftig mitzuwirken. Die Stadt Wuppertal allein sei dazu nicht in der Lage, prüfe und fördere aber jedes Projekt, daß zur Verbesserung der Lebensqualität und neuen Jobs beitragen könne. Die Teilnehmer des Gründerstammtisches bedanken sich bei Oberbürgermeister Peter Jung und Dr. Rolf Volmerig für die Einladung ins Rathaus, den Blick hinter die Kulissen und eine anregende Gesprächsrunde. Informationen zur Stadt Wuppertal, zum Rat und das politische System der Kommune und andere Institutionen in Wuppertal stehen unter www.wuppertal.de. Wer etwas für seine Heimatstadt tun möchte, siehe die Webadresse www.einestundefuerwuppertal.de
08. September 2006
Seminar: "Mit Linux bares Geld sparen"
- Jens Thomas, Wuppertaler Linux User Group
In München wurde das Betriebssystem Linux schon vor einigen Jahren in der Verwaltung als ein Bestandteil des gesamten IT-Netzes eingesetzt. Dennoch ist das Open Source-Programm meist nur als Spielwiese ambitionierter Programmierer bekannt und verbreitet. Jens Thomas von der Linux User Group in Wuppertal stellte Besonderheiten und Vor- und Nachteile des als stabil geltenden Betriebssystems vor. ?Mit Linux bares Geld sparen??, lautete der Titel des Seminars. Das aus Unix-Komponenten entwickelte Linux ist durch den Finnen Linus Benedict Torvalds mit Unterstützung weiterer Entwickler an der Universität Helsinki entstanden. Linux läuft von Anfang an unter der GPL-Lizenz. Diese General Public License stellt sicher, dass jedem der kostenlose Zugang zum Quellcode garantiert wird. Das Betriebssystem ist eine freie Software, deren Zugang zum und Änderungen am System frei sind. Durch die Freigabe der Quellcodes können Entwickler sehr einfach neue Funktionen integrieren, Programmierfehler (?Bugs?) schnell finden und eliminieren. In sogenannte Distributionen werden die einzelnen Softwarepakete und Programme zusammengefaßt und in Form von CDs oder DVDs mit einem Handbuch zum Kauf angeboten. Als Distributionen sind zum Beispiel Ubuntu, Red Hat, OpenSuse und Gentoo erhältlich. ?Linux ist nicht Windows, Erlerntes aus Windows ist nicht auf Linux übertragbar?, erklärt Jens Thomas. Es sei einfach zu erlernen und zu nutzen. Linux besteht aus vielen kleinen Programmen, ?wie ein Baukasten mit Bauklötzen, die alle miteinander kombinierbar sind.? Linux erfordert im übrigen prinzipiell keine Programmierkenntnisse. Ein Vorteil ist es, mit dem alten MS-DOS vertraut zu sein. Die Kommandos in Linux unterscheiden sich nicht wesentlich von DOS-Befehlen. Das Linux-Konzept basiert auf Transparenz. Aus Sicht des Anwenders stellt zum Beispiel die Festplatte oder das CD-ROM nichts anderes als eine entsprechend große Datei dar. Das gilt ebenso bei der Rechteverwaltung. Es gibt ein Home-Verzeichnis, in dem die eigenen persönlichen Dateien und Verzeichnisse stehen und das sogenannte ?tmp?-Verzeichnis, das jeder benutzen kann. Im ?etc?-Verzeichnis sind alle Konfigurationsdateien abgelegt. Im Gegensatz zu Windows fällt die Software-Verwaltung in Linux auf Grund des Paketmanagements leichter. Dank der mittlerweile ausgereiften und anwenderfreundlichen graphischen Oberfläche KDE ist Linux als Workstation und Server im Betrieb einsetzbar. Wie bei jedem Windows-System muß zuvor durchdacht werden, welche Software ich brauche und welche Hardware benötigt wird. Bei der Hardware gibt es noch Defizite beim Gebrauch von Linux, da einige Hersteller ihre Treiberdaten nicht zur Verfügung stellen. In der Regel laufen viele Anwendungen unter Linux, außer einigen speziellen Hardwarekomponenten. Linux zum Ausprobieren gibt es als ?Knoppix?, das von der CD gestartet werden kann, ohne auf dem Rechner installiert werden zu müssen. Als gängiges anwenderfreundliches Linuxsystem empfiehlt sich ?Ubuntu?(www.ubuntu.org). Detallierte Informationen gibt es in Abendschulen, diversen Linux User Groups (z.B. www.wuplug.org) oder bei unserem Referenten Jens Thomas unter der Mailadresse jens.thomas©linux-systeme-thomas.de
13. Juli 2006
Stammtisch: "Betriebsprüfung - Fehler im Vorfeld vermeiden"
Wenn das Finanzamt dreimal klingelt, steht vielen Unternehmern der Angstschweiß auf der Stirn. Selbst beim ehrlichen Steuerzahler sorgt die angekündigte Betriebsprüfung der Finanzbehörde für hohen Blutdruck. Grundsätzlich muß jede Firma und jeder Freiberufler mit einer Betriebsprüfung - offiziell ?Außenprüfung" - rechnen. Je größer der Betrieb, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Prüfung. Oberregierungsrat Rolf-Dieter Peckhaus, Hauptsachgebietsleiter für die Betriebsprüfung im Finanzamt Wuppertal-Elberfeld, greift die bei den zahlreichen Teilnehmern des Bergischen Gründerstammtisches vorhandenen Ängste zum Thema ?Betriebsprüfung - Fehler im Vorfeld vermeiden" gleich auf. ?Das Finanzamt sieht sich mehr als Partner bei der Außenprüfung von Unternehmen, der Prüfer ist nicht ihr Feind", versichert der Finanzfachmann. Mit einer gezielten Vorbereitung lassen sich viele Bauchschmerzen umgehen. Das lokale Finanzamt kündigt den Besuchstermin mindestens 14 Tage vor der Prüfung an. Da bleibt ausreichend Zeit, die eigene Buchführung auf Vordermann zu bringen. Im § 199, Absatz 1 der Abgabenordnung heißt es ausdrücklich: ?Der Außenprüfer hat die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse, die für die Steuerpflicht und für die Bemessung der Steuer maßgebend sind (Besteuerungsgrundlagen), zugunsten wie zuungunsten des Steuerpflichtigen zu prüfen." Meistens werden die letzten drei Geschäftsjahre geprüft. Allen Stammtischteilnehmern gemeinsam ist die Nutzung des eigenen PKW´s zu geschäftlichen Zwecken. Wird das Auto zu mehr als 50 % beruflich genutzt, kann der private Nutzungsanteil nach der Ein-Prozent-Regel pauschal mit monatlich einem Prozent vom Listenpreis (=Neupreis inkl. Mehrwertsteuer) des Autos abgesetzt werden. Ein Fahrtenbuch ist nicht zwingend vorgeschrieben. Der Steuerpflichtige sollte über einen ?repräsentativen zusammenhängenden Zeitraum", in der Regel drei Monate, alle Fahrten exakt belegen können. Dann erkennt das Finanzamt ohne weitere Nachweise die Ein-Prozent-Regel an. Rolf-Dieter Peckhaus empfiehlt, stets Zwischenbelege zu allen Geschäftsvorgängen zu sammeln. Einzelhändler sollten Preisnachlässe etwa zum Sommerschlußverkauf genau dokumentieren. Akribisch sind Bewirtungskosten aufzulisten. Hier müssen das Datum, der Anlaß des Geschäftsessens (?Projekt XYZ") und die Namen der Geschäftspartner aufgeführt sein. Vorteilhaft ist es, wenn auf dem Beleg die Steuernummer der Gaststätte steht. Da viele Dienstleister heute digitale Rechnungen erstellen, ist zu beachten, daß seit 1. Juli 2004 Online-Rechnungen nur noch gültig sind, wenn sie mittels einer von der Bundesnetzagentur vergebenen qualifizierten digitalen Signatur versehen sind. Ist diese Signatur bei den meist im PDF-Format versandten Rechnungen nicht vorhanden, ist diese wertlos. Es droht eine Steuernachzahlung. Insbesondere bei Dauerrechnungen ist im kommenden Jahr die erhöhte Mehrwertsteuer zu berücksichtigen. Bei Auslandsgeschäften ist es sinnvoll, beim Bundeszentralamt für Steuern (www.bzst.bund.de) eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu beantragen, die gebührenfrei ausgestellt wird. Prinzipiell ist es wichtig, vor und nach der Betriebsprüfung den Steuerberater beziehungsweise einen Steuerberaterverbund zu konsultieren. Wir bedanken uns bei Rolf-Dieter Peckhaus für den sachkundigen und sehr informativen Vortrag und eine lebhafte Diskussion. Niemand sollte sich scheuen, bei Fragen das örtliche Finanzamt anzusprechen.
2. Juni 2006
Seminar: "Schwungvoll und sicher zum Erfolg"
- Referentin: Birgitta Fildhaut, fildhaut consult, Wuppertal
Stolpersteine und Fallstricke sind für jeden Menschen wohlvertraute Bekannte. Das gilt insbesondere für diejenigen, die den Sprung in die berufliche Selbständigkeit wagen. Doch Existenzgründer sind bereits einen entscheidenden Schritt weiter. Sie haben ihr eigenes Unternehmen gegründet. Aber auf dem Weg zum Erfolg sind etliche Hürden zu überwinden. Die Wuppertaler Unternehmensberaterin und Sozialwissenschaftlerin Birgitta Fildhaut (fildhaut consult) ergründete mit ihrem Seminar "Schwungvoll und sicher zum Erfolg" die inneren Stolpersteine. Sie gilt es aufzuspüren und zu akzeptieren. Ist der Weg zum Erfolg ein Hürdenlauf? Die Teilnehmer des Seminars lernten erste Strategien kennen, solche Hürden erfolgreich zu überwinden. Erfolg wurde im Seminar zunächst als das Resultat einer Handlung, "als Voranschreiten auf ein Ziel hin" und als "Erreichen eines definierten Zieles" beschrieben. Erfolgreiche Menschen gelten als hoch motiviert und lernen ?angemessen mit Hierarchie, Verantwortung und Macht" umzugehen, so die Referentin. Doch auf dem Weg in die erfolgreiche Selbständigkeit sind Ziele und Motivation stets zu überprüfen. "Testen Sie, ob es mehrere Wege zum Ziel gibt und prüfen Sie, warum Sie dieses Ziel erreichen möchten. Ihre Motivation muß stark genug sein!", empfiehlt Birgitta Fildhaut. Nach dem Abflauen der Anfangseuphorie in der Gründungsphase sei es wichtig, der Alltagsroutine zum Trotz, neue Motivation aufzubauen und die Freude für die Arbeit neu zu entfachen. "Schaffen Sie sich selber Erfolgserlebnisse, indem Sie in realistischen Schritten vorgehen?, sagt die Expertin. Zu erledigende Aufgaben aufzuschieben ist nur allzu menschlich. Das zu akzeptieren und überhaupt die Arbeit anzufangen, ist gleichzeitig ein Weg der Perfektionismusfalle zu entkommen. Niemand kann die tägliche Arbeit perfekt erledigen. Bereits fertiggestellte Projekte sollten als abgeschlossen betrachtet werden.Und mögliche Fehler müssen dabei eingestanden werden. Das A und O jeder erfolgreichen Arbeit ist eine gute Planung. Überschaubare Einheiten verschaffen den nötigen Überblick. Schließen Sie sich mit anderen UnternehmerInnen zu Erfolgszirkeln zusammen, in denen Sie regelmäßig Ihre Ziele überprüfen und Anregungen austauschen. Nutzen Sie z.B. die Handformel oder das Erfolgsheft zur regelmäßigen Selbstreflexion. Denn die UnternehmerInnen werden auf Dauer erfolgreich sein, die ein hohes Maß an Selbsterkenntnis besitzen und diese gezielt in ihre Unternehmensführung einbeziehen. Infos und weitere Details zum Thema gibt es unter der Webadresse www.fildhaut-consult.de
11. Mai 2006
Stammtisch: "Unternehmensethik - Erst das Fressen, dann die Moral?"
Ethische Unternehmen sind erfolgreiche Unternehmen. Die These stellte Dr. Martin Hebler, Geschäftsführer des Wuppertaler Technologiezentrums W-Tec, beim Bergischen Gründerstammtisch zur Diskussion. Unter dem Titel "Unternehmensethik - Erst das Fressen, dann die Moral?" debattierten zahlreiche Teilnehmer im Senatssaal der Bergischen Universität über ökonomische Aspekte ethischen Verhaltens. Drei Kernfragen bilden die Grundlage der These des promovierten Wirtschaftswissenschaflters:
- Kann sich ein Unternehmer ethisches bzw. moralisches Verhalten leisten?
- Kostet ethisches Verhalten den Unternehmer Geld?
- Wie steht moralisches Verhalten im Verhältnis zum Unternehmenserfolg?
Ein erfolgreiches Unternehmen wird als ein Betrieb definiert, dessen Ziel die langfristige Einkommenssicherung des Unternehmers und seiner Familie ist. Der kurzfristige Geschäftserfolg zählt nicht. Dr. Martin Hebler verweist als Beispiel auf Gesellschafter der W-Tec, die auf eine bis zu 200 Jahren zurückreichende Firmentradition im Bergischen Land blicken können. Der Geschäftserfolg basiert auf unternehmerischem Weitblick, der Anpassung sich wandelnder Märkte, einem langfristigen Denken, einer soliden Finanzpolitik und stabilen Gesellschafterstrukturen. "Keines dieser Unternehmen stellt heute noch das her, was sie bei ihrer Gründung produziert haben", ergänzt Dr. Martin Hebler. Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen mit ethischen Perspektiven umfasse die Arbeitsplätze, die strenge Einhaltung vorgeschriebener Umweltstandards und die Sozialbindung des Eigentums gemäß Artikel 14, Absatz 2 des Grundgesetzes. Allerdings gibt es auch Firmen, die nicht ethisch handeln und doch sehr erfolgreich sind. Beispiel aus dem Teilnehmerkreis: Ein bekannter Sportwagenhersteller verzichtet auf staatliche Subventionen beim Bau einer neuen Produktionsstätte in Leipzig, weil er sie nicht benötigt. So werden ohne legale Hilfe aus Steuermitteln viele Arbeitsplätze geschaffen. Das Unternehmen handelt ethisch im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung, gleichzeitig lässt sich das Handeln der Firma als Marketinginstrument nutzen. Dennoch gibt es verschiedene Ebenen. Ein Großunternehmen ist stets in einem größeren gesellschaftlichen Kontext eingebunden als ein Kleinbetrieb. "Ethisches Verhalten hat stets eine individuelle Komponente", so Dr. Martin Hebler. So kann ein Einzelunternehmer eine Geschäftsentscheidung treffen, die der Einzelne gutheißt, aber die Öffentlichkeit negativ beurteilt. Ein Großbetrieb könnte solch eine Entscheidung etwa im Fernsehen vor einem Millionenpublikum wohl kaum vertreten und ethisch begründen können. Ethik ist daher ein allgemeines Prinzip, das auf Lebenserfahrung beruht und gegebenenfalls Beratung durch einen erfahrenen Geschäftsfreund- oder Partner erfordert. Oft lautet die Frage: Möchte ich kurzfristigen Erfolg oder eine langfristige Kundenbindung? Gewähre ich einem Kunden nach Vertragsabschluss einen geldwerten Vorteil oder beharre ich auf die im Vertrag festgelegten Konditionen? Im Idealfall hält man sich an die goldene Regel: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füge auch keinem andern zu!" Und Henry Ford empfahl das so genannte Win-Win-Prinzip: "Das Geheimnis des Erfolges ist, den Standpunkt des anderen zu verstehen." Als Fazit bleibt die Erkenntnis, dass sich ein Unternehmer ethisches Verhalten leisten sollte. Es kostet sicher manchmal Geld. Letztlich sind ethische Unternehmen erfolgreiche Unternehmen. Wir bedanken uns bei Dr. Martin Hebler für den Exkurs in die Philosophie der Ethik. Informationen zum W-Tec gibt es unter der Webadresse www.w-tec.de
28. April 2006
Seminar: "Finanzplanung verstehen und anwenden"
Referenten:
- Dipl. Oec. Markus Conrad, Steuerberater
- Dietmar Heilmann, Steuerberater, Wirtschaftsmediator Wirtschaftsberatung/Steuerberatung
Zahlen sind ein wichtiges Kriterium für den Erfolg jedes Unternehmens. Doch der richtige Umgang mit dem auf den ersten Blick undurchsichtigen Zahlenmaterial ist vor allem für Existenzgründer und (Jung)-Unternehmer ein Buch mit sieben Siegeln. Licht in das Dunkel der Finanzbuchführung verschafften die beiden Steuerberater Marcus Conrad und Dietmar Heilmann als Referenten des Seminars ?Finanzplanung verstehen und anwenden?. Im ersten Teil des Seminars stellte Diplom Oec. Markus Conrad die Grundzüge des betrieblichen Rechnungswesens vor. Zahlen verlieren ihren Schrecken, wenn man sie richtig interpretieren und zuordnen kann, so die erste Erkenntnis der Teilnehmer. Darüber hinaus wurde ihnen vermittelt, wie eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) zu lesen ist und welche Erkenntnisse der Unternehmer aus den Zahlen gewinnen kann. So liefert die betriebswirtschaftliche Auswertung wichtige Daten und Informationen zur Steuerung des Unternehmens. ?Wir freuen uns auch, wenn unsere Kunden das erstellte Zahlenmaterial nicht nur stumm zur Kenntnis nehmen, sondern tatsächlich nachvollziehen können?, versichert Markus Conrad. Die richtigen Schlüsse aus den vorgelegten Zahlen zu ziehen, trage schließlich entscheidend zum Erfolg des eigenen Unternehmens bei. Den zweiten Teil der Veranstaltung zum Thema Unternehmensplanung eröffnete Dietmar Heilmann mit einem Vergleich. Ein Unternehmer, der sowohl Lebens- als auch Unternehmensziele definieren muss, sollte sich wie ein Segelflieger verhalten.. ?Sie müssen ein festes Ziel vor Augen haben. Wenn Sie nicht wissen, wohin Sie als Unternehmer wollen, arbeiten Sie ineffizient und verfehlen Ihre Lebens- und Unternehmensziele?, so Steuerberater und Wirtschaftsmediator Dietmar Heilmann. Auf das Unternehmen bezogen ist die Unternehmensplanung das ?A und O?. Sie bietet ein umfassendes Instrument zum eigenen Controlling, da die meisten klein- und mittelständischen Unternehmer regelmäßig Standardauswertungen wie eine BWA und Summen- und Saldenlisten aus der Finanzbuchführung erhalten. Ebenfalls in Analogie zum Segelfliegen bietet eine regelmäßige Arbeit mit einer erstellten Unternehmensplanung die Möglichkeit, relevante Abweichungen schnell zu erkennen und zu analysieren. Dann müssen Kurskorrekturen erarbeitet werden, die möglicherweise auch zu anderen annehmbaren Zielen führen, als die zunächst geplanten. Der Experte empfiehlt, zunächst einmal alle unternehmerischen Ideen und Vorhaben auf einem Blatt Papier zu notieren. Dann jedoch sollte sich der Unternehmer nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ohne ein geeignetes Planungsprogramm, welches Planungsauswertungen zu den Bilanzen, der Gewinn- und Verlustrechnung und der Liquidität bietet, sind die Planungsergebnisse meist nur rudimentär abzuschätzen. Für die Erstplanung eines Unternehmens sind vier bis fünf Tage einzuplanen, danach ist es sinnvoll jährlich eine modifizierte Planung erstellen zu lassen. Gerade im Bereich der Existenzgründer ist eine öffentliche Förderung mittels einer Gründungsberatung oder Festigungsberatung möglich.
Weitere Informationen zur Unternehmensplanung und bei Fragen zur Finanzbuchführung findet man unter der Webadresse http://www.die-steuerberater.biz
13. April 2006
Stammtisch: "Christliche Unternehmer - die Vereinbarkeit von christlicher Ethik und Marktwirtschaft"
Können marktwirtschaftliches Gewinnstreben und der christliche Glaube an Gott miteinander in Einklang stehen? Der in Köln lebende Unternehmensberater sowie Finanzplaner Hermann Schwietering und der ehemalige Geschäftsführer Hans-Günter Krimmel gaben als Gäste des Bergischen Gründerstammtisches dazu ein klares Bekenntnis ab. Die beiden Repräsentanten der Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute (IVCG) stellten sich dem Thema "Christliche Unternehmer - die Vereinbarkeit von christlicher Ethik und Marktwirtschaft". Die IVCG (gegründet 1957) ist in 100 Städten Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Liechtenstein sowie in Brüssel und Straßburg aktiv. Ziele sind, den christlichen Glauben unter Führungskräften zu verbreiten, zu einem christusgemäßen Lebensstil beizutragen und christliche Führungskräfte zu ermutigen, ihre Fähigkeiten und Mittel entsprechend einzusetzen. Die christlichen Geschäftsleute verstehen sich als Multiplikatoren dieses christlichen Menschenbildes. "Wir möchten das Evangelium im Alltag leben und dazu beitragen, diese christliche Ethik und unsere Erfahrungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur weiterzugeben", versichert Hermann Schwietering. Die IVCG ist grundsätzlich konfessionsübergreifend und steht sowohl christlichen als auch nichtchristlichen denkenden Menschen offen. "Wir wollen Denkanstöße vor dem Hintergrund christlicher Ethik geben, anstoßen einmal innezuhalten und helfen Maßstäbe neu zu setzen oder neu zu überdenken. Die Wertmaßstäbe von Reichtum und Macht in unserer Zeit werden regelmäßig angesprochen, nicht aber Grundwerte im Sinne langfristig gültiger Strategien", so Hermann Schwietering. Jeder Interessierte könne bei den Gesprächsforen, Kurzseminaren, den Frühstückstreffen, Lunchmeetings und Banketten mit seiner Glaubensüberzeugung teilnehmen. Voraussetzung ist allerdings der Respekt vor dem Anderen als Person. Schließlich hat jeder ein anderes Gottesbild, das sein Handeln als Mensch bestimmt. Im übrigen basiert auch die soziale Marktwirtschaft auf christlichen Werten. Selbst in der Präambel des Grundgesetzes gibt es einen klaren Bezug zu Gott ("Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen...") Häufig gibt jedoch im Wirtschaftsalltag der Zeitgeist den Ton an. Korruption und Machtmißbrauch widersprechen christlichen Prinzipien. So basieren Hierarchien auf Macht statt auf Demut, wozu allerdings Mut gehört und das löse oft Angst aus und schaffe kein Vertrauen. Humankapital mit den Resoursen Vertrauen, Wissen, Fähigkeiten, Erfahrungen wird auf´s Spiel gesetzt und doch gerade in Krisenzeiten dringend benötigt. Dabei sind die "Zehn Gebote" für einen Christen zwingend gültig. Doch selbst "unter Christen gibt es keine Vollkommenheit", meint Hermann Schwietering. "Es ist erstrebenswert, dem Wertekontext nachzukommen. Den Mut zu haben, es zu tun, ist schon positiv." Er verstehe sich in seinem Beruf als Unternehmensberater, Finanzplaner und Gesellschafter der Plansecur daher als Moderator, der aus seiner fachlichen und christlichen Überzeugung heraus mögliche Wege aufzeigen könne. Die Entscheidung treffe letzlich der, der Rat suche. "Die Entscheidung, Christ zu sein, kostet etwas. Es bedeutet manchmal den Verzicht auf einen möglichen ökonomischen Vorteil." Das Umsetzen christlicher Werte bedeute nicht, ein besserer Mensch oder besser als andere zu sein. Wir bedanken uns bei Hermann Schwietering und Hans-Günter Krimmel für einen anregenden Stammtischabend und eine lebhafte Diskussionsrunde. Mehr Informationen zur Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute, über Termine, Ziele und Kontakte gibt es unter der Webadresse www.ivcg.org
17. März 2006
Seminar: "Selbstorganisation im Büro - Dinge zuverlässig erledigen"
- Referentin: Christa Beckers, Organisation im Büro, Remscheid
Zeige mir Deinen Schreibtisch und ich weiss, wer Du bist! Zu welchem Typ gehören Sie? Beim jüngsten Seminar des Vereins "Unternehmensbuilder" erfuhren die zahlreichen Teilnehmer nicht nur, zu welchem Schreibtischtyp sie zählen. Referentin Christa Beckers vom Remscheider Unternehmen "Organisation im Büro" stellte mittels vieler praktischer Beispiele die sogenannte "Getting Things Done"-Methodik von David Allen vor. "Selbstorganisation im Büro-Dinge zuverlässig erledigen" lautete das Seminarthema. Schwerpunkte bildeten die Büroorganisation, das Zeitmanegement und die systematische Ablage im Büroalltag. Hektik, Stress und großer Zeitdruck beherrschen unseren Arbeitsalltag. Viele wichtige Aufgaben bleiben wegen mangelnder Zeitplanung oftmals unerledigt. Um nicht den Überblick im Büro zu verlieren, ist Gelassenheit geboten. Denken Sie daran: "Der Schreibtisch ist die Visitenkarte der eigenen Persönlichkeit", so Christa Beckers. Durcheinander im Büro signalisiert Überforderung. Unordnung entsteht durch Gedankenlosigkeit, schlechte Angewohnheiten und die Unkenntnis systematischer Methoden. Eine hohe Fehlerquote, zusätzlicher Stress und Zeitvergeudung machen nervös und können den Erfolg des eigenen Unternehmens gefährden. Eine sinnvolle Ordnung dagegen erleichtert das Büroleben, verschafft den nötigen Überblick und steigert die Motivation. Sie läßt Ideen dort entstehen, wo sie verarbeitet werden können. Effizienz bedeutet hier dranzubleiben, Zeit zu sparen und "eine Sache richtig tun". Und Effektivität heißt, "die richtige Sache tun", das Ergebnis zählt. Christa Beckers charakterisiert den "Volltischler" mit dem überquellenden Schreibtisch. Er schaffe Barrieren, täusche Arbeit vor und könne nicht delegieren. Der Schreibtisch ist seine "Spielwiese". Der Volltischler lebe mit der Angst, nichts vergessen zu wollen. Das Pendant ist der sogenannte "Leertischler". Er habe weniger Stress, arbeite effektiver, könne freier denken und sich besser konzentrieren. "Zerteilen Sie ihren Schreibtisch", empfiehlt Christa Beckers. Auf den Chaostisch kommt alles was den Arbeitsablauf stört. Zusätzlich wird ein Computertisch mit dem notwendigen technischen Zubehör aufgestellt. Der eigentliche Arbeitstisch ist die 1 A Lage mit dem freien Schreibtisch. Wichtig: Befreien Sie ihren Schreibtisch von unnötigem Ballast! Verwenden Sie keine losen Schmier- oder Haftzettel, sie gehen schnell verloren und stiften Unordnung. Es ist besser, alle Gedanken, Termine, zu erledigenden Arbeiten fortlaufend in einem festen Ringbuch einzutragen. Was erledigt ist, wird sofort wieder gestrichen. "Raus aus dem Kopf und aufschreiben." Das verhindert die "losen Enden", das Sammeln im Kopf. "Es ist der wichtigste Schritt zur Organisation des eigenen Büros", so die Referentin. "Wer schreibt, der bleibt", heißt es zurecht in einem deutschen Sprichwort. Das A und O einer effektiven Büroorganisation ist ein genaues Ablagesystem. Scheuen Sie sich nicht etwas wegzuwerfen. Fangen Sie schon beim Posteingang an, Dokumente und Schreiben jeder Art nach exakten Kategorien mit einem professionellen Ablagesystem zu organisieren. Übrigens haben Büroklammern und der Ordner "Sonstiges, Diverses" keinen Platz mehr in diesem System. Weitere Informationen zum Thema gibt es unter der Webadresse : www.organisation-im-buero.de.
9. März 2006
Stammtisch: "Erfolgreich wachsen - warum ist die Gepa so erfolgreich?"
Vor rund 25 Jahren wurde Kaffee aus Nicaragua in zahlreichen Studenten-WG´s getrunken. Nach dem Sieg der Sandinisten spielte die Solidarität mit Nicaragua eine große Rolle bei vielen politisch aktiven Menschen in Deutschland. Heute arbeitet das Fair Handelshaus Gepa mit 39 Kaffeegenossenschaften weltweit zusammen. Etwa 250.000 Familien in der Dritten Welt finden durch den fairen Handel ein gutes Auskommen. Gepa-Geschäftsführer Thomas Speck stellte als Referent des Bergischen Gründerstammtisches die Geschichte des fairen Handels mit der Dritten Welt und das Geheimnis des Erfolges der 800 Weltläden in Deutschland vor. Das Thema: "Erfolgreich wachsen - warum ist die Gepa so erfolgreich?" "Mich faszinierte diese andere Unternehmensphilosophie", erzählt Thomas Speck, der 1990 als kaufmännischer Leiter bei der Gepa angefangen hat. Erst 1989 wurde die Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt, kurz Gepa, zu einem "normalen" Handelsunternehmen. Die ethische Zielsetzung blieb bis heute. Noch immer sind die meisten Gesellschafter kirchliche Organisationen wie Misereor, die Sternsinger oder der Evangelische Entwicklungsdienst. Alle erzielten Gewinne werden wieder in die Firma investiert. Der Fair Trade-Gedanke, der über die Weltläden und viele Supermärkte bundesweit propagiert wird, ist eng mit einem strengen Qualitätsmanagement verbunden. Die Gepa betreibt ein eigenes Kaffeelabor, in dem fortlaufend sensorische Prüfungen und Geschmackstests durchgeführt sowie Röstverfahren kontrolliert werden. "Wir zahlen einen guten Preis und erwarten eine hervorragende Qualität", versichert Thomas Speck. Die Kaffeebauern in Afrika und Lateinamerika werden durch den Fair Trade deutlich über den Weltmarktpreis entlohnt, wodurch ihnen und ihren Familien ein sicheres Einkommen garantiert wird. Das gelte ebenso für andere Naturprodukte wie Kakao oder Nüsse. Die Kunden der Gepa würden sich für diese Produkte entscheiden, "um die Welt ein klein wenig zu verändern", so Thomas Speck. "Es sind immaterielle Werte, die der Kunde bewußt mitbezahlt." 2005 erreichte das Fair Handelshaus bereits einen Umsatz von ca. 40. Mio. Euro. 50 % des in Deutschland fair gehandelten Kaffees deckt die Gepa ab. Allerdings liegt der Marktanteil des Fair Trade Kaffees in Deutschland im Vergleich zu allen anderen EU-Ländern erst bei 1 %. Hier gibt es also noch ein großes Wachstumspotential. Auf dem Markt ist es entscheidend, nur höchste Qualität und eine starke Marke mit entsprechendem Image anzubieten. Genügt der Kaffee nicht höchsten Ansprüchen, wird man zwischen dem Discounthandel und dem Premiumsegment zerrieben. Die Teilnehmer des Stammtisches wurden ferner in die Geheimnisse der richtigen Zubereitung eines Spitzenkaffees eingeweiht. Sie wissen jetzt, dass in bis zu 2000 Metern Höhe im indischen Darjeeling ausgezeichneter Tee angebaut wird. Und das Kaffee aus Wuppertals nicaraguanischer Partnerstadt Matagalpa oft als Bergischer Kaffee in der bergischen Region angeboten wird. Wir bedanken uns bei Thomas Speck für einen informativen Blick hinter die Kulissen der Gepa und des fairen Handels mit der Dritten Welt. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Gepa unter www.gepa.de
9. Februar 2006
Stammtisch: "Aktiv in Beruf und Freizeit - Fit wie ein Turnschuh"
Schon morgens beim Aufstehen zwickt und zwackt es am ganzen Körper. Im Büro schmerzt nach langem Sitzen vor dem Computer der Rücken. Und die Verspannungen in der Hals- und Nackenmuskulatur nach zwei Stunden vor dem PC-Monitor verheißen auch nichts Gutes. Wie kann ich dem vorbeugen, ohne gleich ins Sportstudio oder zur Krankengymnastik gehen zu müssen? Tipps und Tricks um wieder fit zu werden kennt Rehatrainer und Physiotherapeut Christian Ihmann von "ACTIVE Consult". Der Gastredner des Bergischen Gründerstammtisches betreut u.a. Spitzensportler und A/B/C-Kaderathleten am Sportmedizinischen Institut Essen. "Aktiv in Beruf und Freizeit - Fit wie ein Turnschuh" lautete das Thema des Abends. Jeder Arbeitsplatz hat individuelle Belastungszonen, die körperliche Disharmonien auslösen können. "Der Körper sendet Signale, wenn etwas nicht stimmt", sagt Christian Ihmann. Diese Signale kommen aus dem Unterbewußtsein. Es ist wichtig, sie bewußt wahrzunehmen und auf den Körper zu hören. Schmerzen sind immer das intensivste Signal. Vor allem ungünstige Sitzpositionen am Schreibtisch verursachen Bandscheibenbeschwerden, Rückenschmerzen und anhaltende Verpannungen der Hals- und Nackenmuskulatur. Die ergonomisch richtige Ausstattung des Arbeitsplatzes ist deshalb eine unerläßliche Prämisse zur Gesundheitsvorbeugung. Christian Ihmann empfiehlt, die Größe des Schreibtisches und dessen Höhe individuell anzupassen. Gleiches gilt für den Bürostuhl. "Der Körper reagiert mit einer Positionsveränderung bei einer ungeeigneten Sitzposition", so Christian Ihmann. Mit einfachen und schnell zu erlernenden Übungen demonstrierte der erfahrene Rehatrainer wie jeder im eigenen Büro den häufigsten Wehwehchen begegnen kann. Die Wirkung der verschiedenen Übungen konnten alle Teilnehmer des Gründerstammtisches unmittelbar ausprobieren. "Der Körper sagt einem immer, wenn er Entspannung braucht. Achten Sie auf die Signale des Körpers", rät der Gesundheitsexperte. Wir danken Christian Ihmann für einen lehrreichen Stammtischabend, der allen Teilnehmern/Innen wegen der aktiven Beteiligung viel Spaß gemacht hat. Der Muskelkater am folgenden Tag erinnerte den einen oder anderen daran, demnächst wieder mehr Sport zu treiben. Informationen gibt es bei Christian Ihmann unter der Mailadresse christian.ihmann©wtal.de.
12. Januar 2006
Stammtisch: "Burn Out - Prävention: Erste Anzeichen erkennen"
Noch in den 1970er Jahren war das Burnout-Syndrom nur als Krankheit gestresster Manager mit 60-Stunden-Arbeitswochen bekannt. Doch Burnout kann jeden treffen. Die Wuppertaler Diplom-Sozialwissenschaftlerin Barbara Bethke klärte als Referentin des Bergischen Gründerstammtisches über "Burn Out - Prävention: Erste Anzeichen erkennen" auf. Burnout heißt "Ausgebranntsein" und bezeichnet einen Zustand innerer Leere. Die Ursachen der chronischen Erschöpfung können vielfältig sein. Heutzutage ist es häufig die Angst um den Arbeitsplatz, Überforderung im Job und täglichen Alltag, die zu Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und Herzbeschwerden bis hin zum Lebensüberdruß führen kann. Unternehmensgründer befallen extreme Existenzängste, die eigene Selbständigkeit nicht mehr stemmen zu können. Laut Statistiken des Amtes für Arbeitsschutz ist die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Burnout ist "ein schleichender Prozeß, der sich bis zur Suizidabsicht steigern kann", erklärt Barbara Bethke. Ängste, Probleme werden gerade in westlichen Gesellschaften oft "weggedrückt" und nicht bewußt wahrgenommen. "Burnout ist keine Krankheit, sondern ein Zustand", meint die Expertin. In den USA ist sogar von der "German Angst" die Rede. Stress leiste entscheidend Vorschub für dieses Phänomen. Der Stress könne weder durch Urlaub noch durch Sport wesentlich abgebaut werden. Es entstehen negative Hormonausschüttungen im Körper; die seelische Balance geht verloren. "Die Fantasie arbeitet gegen uns", sagt Barbara Bethke. Ein erster Schritt zur Heilung ist die Erkenntnis, lange geübte Gedankengänge zu verändern und festgefahrene Gewohnheiten aufzugeben. Es gilt die "Autobahnen im Gehirn" abzuschalten, die dazu führen, immer die gleichen Dinge zu tun. Ängste können sich sonst verselbständigen und die Betroffenen geraten in einen immer wiederkehrenden negativen Kreislauf. Barbara Bethke empfiehlt neben einer Psychotherapie moderne Kunst als eine Therapieform. Unter therapeutischer Anleitung lernen die Betroffenen Farben und Muster bewußt aufzunehmen und diese selbst umzusetzen. Wir bedanken uns bei Barbara Bethke für einen spannenden und sehr informativen Beitrag zum Burnout-Syndrom. Informationen zum Thema gibt es künftig unter der Webadresse www.bbid.de. Unsere Referentin ist Vorsitzende des Bundesverbandes Burnout Initiative Deutschland e.V. (BBID) in Wuppertal.